Im Rahmen von Projekten entstehen regelmäßig Konflikte zwischen baulichen Eingriffen und geschützten Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensräumen. Eine der möglichen Maßnahmen zum Schutz der Samenbank und somit der Pflanzengesellschaft, aber auch von Insekten und deren Entwicklungsstadien, ist der Sodenversatz. Eine Sode bzw. Vegetationssode beschreibt hierbei ein meist 1 x 1 Meter großes Stück Oberboden samt Vegetationsschicht, das mittels Spezial-Schaufel vom Boden entfernt und auf die Maßnahmenfläche versetzt wird. Beim Versatz von geschützten Pflanzenarten kann zudem eine händische Entnahme mittels Schaufel geplant werden, um z.B. Arten wie Orchideen möglichst sanft aus dem Lebensraum zu entnehmen. Im besten Fall werden diese Umsiedelungen von Vegetationseinheiten, Insekten- und/oder Pflanzenarten ohne Zwischenlagerung durchgeführt.

Das Büro Knollconsult Umweltplanung ZT GmbH hat mit diesen Maßnahmen bereits einige Erfahrung, wie z.B. beim Projekt „Ausbau Nordbahn Südabschnitt“. Im Zuge dieses Vorhaben wurden unter Begleitung der Umweltbaubegleitung (UBB) umfassende naturschutzfachliche Maßnahmen gemäß den behördlichen Auflagen umgesetzt. Ziel war der Schutz gefährdeter Pflanzenarten, sowie wertvoller Halbtrockenrasenbestände. Insbesondere die Osterluzei (Aristolochia clematitis), die als wesentliche Raupenfutterpflanze des geschützten Osterluzeifalters (Zerynthia polyxena) eine besondere naturschutzfachliche Bedeutung besitzt, wurde geschützt.

Vor Baubeginn erfolgte eine Untersuchung der betroffenen Flächen sowie die Erstellung eines bescheidkonformen Umpflanzungskonzepts. Die Verpflanzung der Osterluzei wurde während der Vegetationsruhe schonend und ohne Zwischenlagerung durchgeführt. Die Pflanzen wurden samt Rhizomen händisch entnommen, fachgerecht verpflanzt und konnten bei diesem Projekt nach Abschluss der Bauarbeiten an ihren ursprünglichen Standort rückübertragen werden.

Zusätzlich wurden in unterschiedlichen Bereichen Soden abgetragen und ohne Zwischenlagerung auf vorbereitete Flächen übertragen. Die großflächig entnommenen Soden wurden auf der Maßnahmenfläche lückenarm aufgelegt, mit autochthonem, also projekt-eigenem Material ergänzt und im Frühjahr mit standortgerechtem Saatgut nachgesät.

Anhand dieses beispielhaften Protokolls kann der Erhalt der Osterluzei und des geschützten Osterluzeifalters sowie der Schutz eines gefährdeten Lebensraumes dargestellt werden. Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen konnten somit wertvolle Vegetationsbestände erfolgreich erhalten und Arten langfristig geschützt werden.

Zu unseren Leistungsbildern:

Umweltbaubegleitung und -bauaufsicht

Umweltverträglichkeits- prüfung

Umweltverträglichkeits- erklärung

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