Abend- und Nachtbegehungen sind ein zentraler Bestandteil naturschutzfachlicher Untersuchungen bei Bauvorhaben. Durch Faktoren wie Flächenversiegelung, Lichtverschmutzung oder Sanierungen sowie Neubauten können wertvolle Nahrungs-, Vermehrungs- und andere Lebensräume verloren gehen und die ökologischen Herausforderungen für Fledermäuse wachsen.

In Wien kommen 22 der insgesamt 28 in Österreich heimischen Fledermausarten vor, darunter unter anderem die Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros), die Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) oder das Große Mausohr (Myotis myotis). Fledermausquartiere unterscheiden sich je nach ökologischen Ansprüchen, da es Baum-bewohnende und Felsspalten- bzw. Gebäude-bewohnende Arten gibt: Quartiere (Tagesquartiere, Wochenstuben, Paarungsquartiere) können sich daher sowohl in natürlichen Strukturen wie Baumhöhlen und Felsspalten als auch in Gebäudestrukturen wie Dachböden oder Fassadenspalten befinden.

Vor Bauvorhaben ist es daher wichtig abzuschätzen, ob und welche Arten im jeweiligen Vorhabensgebiet vorkommen. Da es sich bei den Kleinsäugern jedoch um nachtaktive Tiere handelt, sind die Arten nicht unbedingt leicht zu bestimmen. Um ihre Anwesenheit dennoch zuverlässig feststellen zu können, kommen sogenannte Fledermausdetektoren zum Einsatz. Diese Geräte zeichnen die für den Menschen nicht hörbaren Ultraschallrufe auf und ermöglichen mithilfe spezieller Analyseprogramme sogar eine Artbestimmung.

Werden Fledermäuse nachgewiesen, können gezielte Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen geplant werden. Dazu zählen etwa Berücksichtigung der Quartierszeit im Bauzeitplan, das Anbringen von Nistkästen oder die Gestaltung naturnaher Grünflächen. Auf Grundlage des vorhandenen Wissens über die jeweiligen Arten können Fachleute also geeignete Maßnahmen präzise planen und an die Bedürfnisse der Fledermäuse anpassen.

Abbildung 1: Während einer Begehung von Knollconsult konnten mehrere Fledermausarten festgestellt werden. Darunter unter anderem die Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii), die Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) und der kleine Abendsegler (Nyctalus leisleri). Die App zeigt an, in welchem Frequenzbereich (z. die akustischen Signale aufgenommen werden

 

Abbildung 2: Fledermausexpertin Sabine Schaller von Knollconsult während einer spannenden Reise in die Welt der Fledermäuse

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