Im Rahmen des Projekts „Ausbau Nordbahn Südabschnitt“ wurden unter Begleitung der Umweltbaubegleitung (UBB) umfassende naturschutzfachliche Maßnahmen gemäß den behördlichen Auflagen umgesetzt, sowie ein umfassendes Umsiedlungskonzept gemäß UVP Bescheid sowie den Vorgaben des Naturschutzes Niederösterreich umgesetzt. Ziel war einerseits der Schutz gefährdeter Pflanzenarten sowie wertvoller Halbtrockenrasenbestände, darunter insbesondere die Osterluzei (Aristolochia clematitis), die als wesentliche Raupenfutterpflanze des geschützten Osterluzeifalters (Zerynthia polyxena) eine besondere naturschutzfachliche Bedeutung besitzt. Ebenso war das Ziel Beeinträchtigungen streng geschützter Reptilienarten zu vermeiden und die Bauarbeiten ökologisch verträglich vorzubereiten.
Naturschutzfachliche Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Pflanzenarten und Halbtrockenrasenbeständen
Vor Baubeginn erfolgte eine Untersuchung der betroffenen Flächen sowie die Erstellung eines bescheidkonformen Umpflanzungskonzepts. Die Verpflanzung der Osterluzei wurde während der Vegetationsruhe schonend und ohne Zwischenlagerung durchgeführt. Die Pflanzen wurden samt Rhizomen händisch entnommen, fachgerecht verpflanzt und nach Abschluss der Bauarbeiten an ihren ursprünglichen Standort rückübertragen.
Zusätzlich wurde in unterschiedlichen Bereichen der Oberboden mitsamt Vegetationsschicht vor Baubeginn in Form von Vegetationssoden mit speziellem technischem Gerät abgetragen und ohne Zwischenlagerung auf vorbereitete Flächen übertragen. Die großflächig entnommenen Soden wurden lückenarm aufgelegt, mit autochthonem Material ergänzt und im Frühjahr mit standortgerechtem Saatgut nachgesät.
Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen konnten wertvolle Vegetationsbestände erfolgreich erhalten werden.
Schutz der Zauneidechse: Umsiedlung vor Baubeginn erfolgreich geplant
Vor Baubeginn wurden potenziell im Baufeld vorkommende Zauneidechsen durch fachlich qualifiziertes Personal abgefangen und in geeignete Ersatzlebensräume übersiedelt. Die Maßnahmen erfolgten während der Aktivitätsperioden der Art (Frühjahr sowie Spätsommer/Herbst) und unter Berücksichtigung der Witterung, der Tageszeiten sowie der jeweiligen Lebensraumausprägung.
Zum Schutz angrenzender, nicht vom Eingriff betroffener Lebensräume wurden mobile Reptilienschutzzäune errichtet, deren Verlauf durch die Umweltbaubegleitung festgelegt wurde. Das Abfangen erfolgte in mehreren Durchgängen unter Anwendung situationsangepasster Fangmethoden (Hand , Schlingen oder Kescherfang), um Stress und Verletzungsrisiken für die Tiere zu minimieren.
Nach erfolgreicher Umsiedlung und Kontrolle der Flächen wurden die Bauflächen unter Aufsicht der Umweltbaubegleitung freigemacht. Dabei wurden geeignete Strukturelemente, wie Totholz, in bestehende Zauneidechsenhabitate verbracht. Zusätzlich wurden geeignete Zielflächen mit speziellen Überwinterungshabitaten („Zauneidechsenhäusern“) vorbereitet und erweitert.
Das abgestimmte Absiedelungs und Schutzkonzept sollte sowohl den langfristigen Schutz der Zauneidechse als auch die bescheid und rechtskonforme Durchführung der Bauarbeiten sicher stellen.


